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Leben
mit Akzeptanz

Kindheit mit
Gewalt

Der 48-jährige Raoul Antonio kommt aus Graz, wo er in gutbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Die Kindheit und Jugend des Halbspaniers wurde jedoch von physischer und psychischer Gewalt begleitet. Raoul war früh zerrissen. In der Schule, im Sport und musikalisch begabt, bekam er Lob und Anerkennung, Zuhause erfuhr er Gewalt. Das Unverständnis darüber machte ihn wütend und aggressiv, bald begab er sich in falsche Kreise.
„Die, die wütend und aggressiv waren – zu denen wollte ich gehören, so wollte ich sein.“

Die Drogen gewinnen
Überhand

Schon früh kam Raoul in Berührung mit Alkohol und Drogen. Mit zwölf Jahren rauchte er seinen ersten Joint, ohne zu wissen, dass dies der endgültige Einstieg ins Drogenmilieu sein würde. Alkohol und Zigaretten gehörten für ihn zu diesem Zeitpunkt schon zum Alltag. Mit 17 brach er das Gymnasium ab. Relativ spät, mit 28, setzte sich der Grazer seinen ersten Schuss. Die Beschaffungskriminalität führte ihn beinahe zehn Jahre lang ins Gefängnis. Dort gab es erste Kontakte zu Sozialarbeitern. Heute ist Raoul in einem Substitutionsprogramm.
„Ich habe mich gewehrt, mit Händen und Füßen. Ich habe gewusst, da gibt’s kein Zurück mehr …“

Ausstieg aus dem Drogenmilieu

Vom Grazer Hauptplatz und dem Drogenmilieu hält sich Raoul mittlerweile fern. Den Kontaktladen der Caritas, in dem niederschwellige Drogenarbeit geleistet wird, besucht er seit seiner Zeit im Gefängnis und seit den Anfängen der Einrichtung. Dort trifft er Freunde, spielt Tischfußball und freut sich über das günstige Essen, das dort angeboten wird.
„Und das alles ist gratis, da muss man wirklich dankbar sein, dass es so etwas gibt!“

Mit Hilfe in die
Zukunft schauen

Raoul weiß, dass er im Kontaktladen die Unterstützung und Beratung bekommt, die er braucht. Als er an Hepatitis C erkrankte, nahm der Grazer die ärztliche Versorgung im Rahmen des Kontaktladens in Anspruch. Kürzlich hatte er Probleme bei der Finanzierung der Miete – auch da kam ihm die Caritas mit Hilfe entgegen. Für die Zukunft wünscht sich Raoul in Ruhe und Frieden zu leben, er macht Musik und malt, demnächst stellt er seine Werke aus.
„Man hat immer eine Ansprechperson, wenn irgendwo etwas klemmt, hat man gleich alles beinand.“

Caritas Beratung & Streetwork
In der Abteilung "Beratung und Streetwork" der Caritas fließen unterschiedliche Angebote ineinander. Einerseits sind unsere MitarbeiterInnen in der Drogenarbeit tätig, wo sie in der Straßensozialarbeit und in der Einzelbetreuung akzeptanzorientierte und niederschwellige Hilfe anbieten. Zusätzlich stellt der Kontaktladen eine Anlaufstelle für Gesundheitsberatung und -förderung für unsere KlientInnen dar. Für Menschen in finanzieller Not und in Delogierungsgefahr bieten wir Beratung und Unterstützung mittels Existenz- und Wohnungssicherung an. Mit Schulsozialarbeit helfen wir Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung großer und kleiner Herausforderungen. Im Schlupfhaus finden Jugendliche eine Notschlafstelle und Wohnbegleitung. Außerdem umfasst unser Angebot Einrichtungen wie "DIVAN – frauenspezifische Beratung für Migrantinnen", "Heroes – ein Gleichstellungsprojekt" und das "Beratungszentrum für Schwangere" inklusive der "Kontaktestelle anonyme Geburt", sowie das Projekt Startfee.

Zahlen und Fakten
  • 4.344 Beratungsgespräche  
    mit werdenden Eltern (2121 Frauen und 398 Männer).
  • 387 Jugendliche  
    wurden durch Streetwork-Arbeit betreut.
  • 282 Jugendliche 
    haben in der Notschlafstelle Schlupfhaus übernachtet.
  • 4.749 Haushalte 
    erreichte die Beratungsstelle zur Existenzsicherung
  • 7.383 KlientInnen-Kontakte  
    von Kontaktladen und Streetwork im Drogenbereich.
  • 152 Frauen 
    wurde durch Beratung mit spezialisiertem Angebot für Betroffene von "Gewalt im Namen der Ehre" geholfen.